Thema Visitenkarten

Bedeutung und Herkunft

Visitenkarten sind kleine Kärtchen, meist aus festem Kartonpapier. Sie enthalten die wichtigsten Kontaktdaten einer Person. Das Wort Visitenkarte kommt von engl. „visit“ = Besuch und könnte wörtlich mit „Besuchskarte“ übersetzt werden. Ihren Ursprung hat die Visitenkarte in Frankreich. Dort wurde sie im 17. Jahrhundert hauptsächlich vom Adel benutzt. Zunächst wurde die Visitenkarte verwendet, um den Namen und einige wichtige Notizen zu hinterlassen. Diese Vorläufer unserer heutigen Visitenkarten waren vom Format her etwas kleiner und enthielten meist nur den Namen und den Titel einer Person. Die Personen waren meist allgemein bekannt und das Angeben weiterer Daten, wie zum Beispiel der Adresse, war nicht notwendig. Das Übergeben der Visitenkarte war eine förmliche Angelegenheit und wurde feierlich zelebriert. Beispielsweise wurde die Karte auf einem Silbertablett liegend übergeben. Damals wurde die Karte traditionell geknickt (was heute als unhöflich gilt) und enthielt spezielle Ankürzungen, die heute nicht mehr üblich sind. Diese Abkürzungen stammen hauptsächlich von der Französischen Sprache ab, da die Visitenkarte hier ihren ersten Boom erlebte. Einige Beispiele für diese Abkürzungen sind:
  • p.r.p.f. ("pour rémercier pour féliciter") = Jemanden danken und Glück wünschen
  • p.f. ("pour féliciter") = Allgemeine Glückwünsche
  • p.d.a. ("pour dire adieu") = Zur Verabschiedung verwendet
  • p.p. ("pour présenter") = Zur Vorstellung einer anderen Person
  • p.f.v. ("pour faire visite") = Einen formellen Besuch ankündigen
  • p.c. ("pour condoler") = Beileidsbekundung für einen Hinterbliebenen
Visitenkarten heute

Heute sind Visitenkarten vornehmlich für den Geschäftsalltag unerlässlich. Als Geschäftsmann oder Geschäftsfrau gehört es zur guten Etikette Kontaktdaten mit Kunden oder Geschäftspartnern über die Visitenkarte auszutauschen. Visitenkarten haben neben dem Kontaktaustausch auch die Funktion von Eigenwerbung und Vermarktung des Unternehmens. Das Format der Karten und der Inhalt haben sich mit der Zeit verändert.

Das gängigste Format ist heutzutage das Scheckkartenformat (85 x 54 mm). Aber auch andere Formate sind erlaubt und verbreitet und eigenen sich dafür die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Im Scheckkartenformat findet man häufig auch Visitenkarten-Etuis in denen sich die Karten elegant aufbewahren lassen.

Der Inhalt der Visitenkarte hat sich stark erweitert. Die üblichen Daten einer Visitenkarte sind: Firmenname und Logo der Firma, Name, Beruf oder Position, Telefon-, Mobil- und Faxnummer, Post- und E-Mailadresse, sowie gegebenenfalls die Webseite. Je nach Funktion und Ziel der Karte können auch die private Adresse und Anfahrtsskizzen auf der Karte festgehalten werden.

Das Design einer Visitenkarte richtet sich oft nach dem Logo der Firma. So sind Farben, Schriftarten und die Anordnung der Informationen schon vorgegeben. Allgemein sollte darauf geachtet werden, dass die Schrift groß genug und gut lesbar ist. Auch das Material spielt eine große Rolle. Es sollte möglichst haltbar und strapazierfähig sein. Bei Papier eignet sich hierzu Naturpapier bzw. Feinkarton am besten, da dieses nicht nur widerstandsfähig ist, sondern auch elegant und seriös wirkt. Mittlerweile sind aber auch andere Materialien wie Plastik, Metall oder Holz üblich. Die Herstellung solcher Visitenkarten ist zwar teurer und aufwändiger, allerdings wird mit ihnen auch eine größere Aufmerksamkeit erregt. Visitenkarten haben, je nach Region und Land, eine unterschiedlich hohe Bedeutung. In Japan haben sie eine wichtige Tradition. Wer hier etwas auf sich hält lässt sich sogar Visitenkarten aus Gold anfertigen um sein Gegenüber zu beeindrucken. Die Übergabe der Visitenkarte, immer nur von älteren zu jüngeren Personen, ist hier ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung und erfolgt nach festgelegten Regeln.